Monats Archiv für Juni, 2009

Becks´ Blog:

AKT 2

…über erste Durststrecken…

Untereschbach lange nicht verdaut und irgendwie leer. Natürlich, die Saison ist jung, 7 Punkte aus drei Spielen sind ein Riesen-Auftakt. Oder? Nach dem Spiel würde ich sagen höchstens noch ein Hagrid – Auftakt (für alle Harry Potter – Nichtskönner: Der Typ ist Halbriese)

Ohne Frage war das Spiel aber ein Highlight. Soviele Zuschauer gabs weder vorher noch nachher und bis zur einschließlich 89. Minute wurde ein richtig guter Ball gespielt. Da fällt das Weitermachen im grauen Ligaalltag schon schwer. Und grauer gings dann wirklich nicht – Immekeppel war am 4. Spieltag zu Gast. Immekeppel…das Cottbus des rheinisch - bergischen Kreises. Als Wallfahrts- und Kurort wirklich nur den größten Insidern bekannt, scheint sich aller Glanz des Ortes in den schmutzig-grünen Trikots des TUS wiederzuspiegeln. Nun gut, wollen wir nicht übertreiben. Es gibt mit Sicherheit viel viel abschreckendere Orte…muss es einfach…ich war halt noch in keinem.

Aber laut Statuten gibt’s für einen Sieg gegen Immekeppel genauso viele Punkte wie gegen jeden anderen Gegner. Aus unerfindlichen Gründen schien uns das aber nicht klar zu sein. Fußballerisch gegen einen durchaus ordentlich aufspielenden Gegner chancenlos, fehlte der absolute Siegeswille, der zuvor immer erkennbar gewesen war. Zurecht gewannen die Immekeppeler mit 2:0 und nahmen drei Punkte mit. Die Stimmung nach der ersten Niederlage, obwohl es gefühlt die zweite war, war auf einem ersten Tiefpunkt angelangt. Da half uns auch die Gewissheit nicht, dass wir zumindest bei den kommenden dreitausend „Unser Dorf soll schöner werden“ – Wettbewerben die Oberhand behalten werden.

Erkenntnis des Spiels: Wir steigen nicht ohne Saisonniederlage auf…Zweckoptimismus gehört halt auch zum Geschäft.

Nächster Gegner: Biesfeld. Vor der Saison hoch gehandelt und von vielen als Aufstiegskandidat Nr. 1 bezeichnet. Anfangs schien die Union das auch zu bestätigen, doch gegen uns trat anscheinend eine harmlose Truppe zum zweiten Heimspiel hintereinander auf den Platz. So muss es einfach gewesen sein, denn kein Spiel in dieser Saison ist mir weniger in Erinnerung als dieses. Torchancen dürften sie kaum gehabt haben, denn meine großen Hits vergesse ich nicht und ich entsinne mich keiner Flugeinlagen oder katzenartiger Sprünge durch den Sechzehner. Wahrscheinlich hat sich das Spiel zu 20% im Mittelfeld und zu 80% in der Luft abgespielt, denn auch wir haben keine Bude markiert und mit einem freundlichen 0:0 verabschiedeten wir uns von unseren Gästen und freuten uns alle auf ein harmonisches Wiedersehen in der Rückrunde…wie grausam.

…und das Messen mit den Großen…

Hätten wir zu diesem Zeitpunkt schon gewusst, dass unsere nächsten drei Gegner am Ende der Saison die ersten drei Tabellenplätze belegen würden – vielleicht wäre gegen Biesfeld mehr heraus gesprungen. Mehr wäre nämlich auch nötig gewesen, denn in den nächsten Wochen setzte es drei saftige Niederlagen. 1:5 hieß es am Ende in Wipperfeld, trotz 1:0 – Führung nach W E L T K L A S S E - Solo Pocke Stellmach (ich weiß es noch genau, vorher gab es nämlich zwei mal die Miezekatze von mir). Die zweite Halbzeit erinnerte dann allerdings stark an die ersten 45 Minuten zwischen Barca und Bayern im Champions League – Viertelfinale. Immerhin sah ich nach dem Spiel nicht so aus wie der Butt.

Danach gab es zu Hause eine 0:2 Niederlage gegen Bensberg – die wäre allerdings nicht unbedingt nötig gewesen, unser Auftreten hatte sich stark verbessert.

Gutes Auftreten und beherztes Kämpfen schienen die Woche darauf allerdings in sämtlichen Overather Boulevard – Blättern auf den in/out – Listen auf der „buh“ - Seite zu stehen. Wir gingen nämlich sang – und klanglos 1:3 unter. En vogue waren in Schiri-Kreisen an diesem Wochenende aber offensichtlich rote Karten. Eine gabs für unsern kleinen Mic, ohnehin schon mal völlig unberechtigt weil sie GEGEN uns war, eine für den gegnerischen Torwart. Ich habe ein Szenario im Kopf, bin mir aber nicht absolut sicher, wie genau sie zustanden kamen. Deswegen sei auf die Beschreibung der Tathergänge verzichtet. Sicher ist nur, dass unser armer, kleiner Mic eine viel längere Strafe absitzen musste als der Schlussmann von Jan Wellem. Hätteste besser ebenfalls nach dem Spiel Rotz und Wasser geheult, dann wärst du vielleicht auch nur mit einem Spiel davon gekommen. Aber naja, immerhin wieder was gelernt!

Erkenntnis: In Jan Wellem gibt’s ne Schauspielschule und mit dem Aufstieg wird’s schon mal eng.

Nun hatten wir also aus den letzten fünf Spielen nur einen Punkt entführen können und mussten jetzt wieder ordentlich strampeln, um das gesicherte Mittelfeld nicht aus den Augen zu verlieren. Glücklicherweise kam uns da unser nächster Gegner gerade recht.

Mehr dazu in Akt 3 des Saisonrückblicks 2008/2009.

Becks´ Blog:

AKT 1

…über das Schnuppern an der Spitze

Die Vorbereitung erfolgreich abgeschlossen, (war doch so, oder?…besimmt) gings also zum ersten mal um Punkte.

Wir hätten natürlich jeden genommen, aber dass der erste Gegner der Mitaufsteiger aus Wipperfürth war, war bestimmt kein Nachteil für uns.

Mein Kopf gibt keine großen Erinnerungen bezüglich des Spielverlaufs her. Das bedeutet nicht zwingend, dass nichts Erwähnenswertes passiert ist und falls es wirklich so sein sollte, dass ich irgendwelche Fallrückzieher, 40m – Flankenwechsel oder Hackentricks vergessen haben sollte, entschuldige ich mich hiermit bei den beteiligten Stolperern.

Wichtig war – wir gewannen unser erstes Spiel mit 2:1 auswärts und fuhren mit drei Punkten und unter tosenden „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ – Rufen am Wipperfürther Reiterplatz, der die Kabinen vom Platz trennt (kanns echt nur im Oberberg geben), zurück Richtung Heimat.

Meine Worte nach dem Spiel: „Wir steigen schon mal nicht ohne Auswärtssieg wieder ab.“ Ein bisschen Tiefstapelei schien mir im Siegestrubel angebracht…

Am zweiten Spieltag brachten dann die Rösrather drei Punkte für uns als Begrüßung in der neuen Spielklasse mit. Völlig harmlos agierend luden sie uns zu zwei Toren ein, ohne auf ein eigenes Erfolgserlebnis zu bestehen. Ein Einstand nach Maß und ich erinnere mich nach dem Spiel gesagt zu haben: „Sicher ist: Jetzt steigen wir auch nicht ohne Heimsieg wieder ab.“

So manch Overather Akteur, unter anderem unser hinter den Spitzen agierender Fair Play – Preisträger 2009, mag wohl gedacht haben: „Wenn wir so weiter machen, dann spielen wir richtig oben mit“

Und wer weiß schon, was passiert wäre, wenn eine Woche später unser Gastspiel in Untereschbach pünktlich abgepfiffen worden wäre. Dann wären es 9 Punkte aus drei Spielen gewesen, der Gipfel erreicht, die Aufstiegsschale schon so gut wie in den Händen gehalten.

Meine sehr verehrten Damen und Herren: Sie sind nun alle angehalten für einen Zeitraum von mindestens 60 Sekunden den Erfinder (mit Sicherheit ein Oberberger) des Konjunktivs zu verfluchen.

Denn leider kam es anders.

Was war passiert? Fiel dem Schiri in der 90. Minute seine Pfeife hin? Fand er sie erst 4 Minuten und 2 Untereschbacher Tore später wieder? War es die Rache für die verfrühte Bier-Bestellung von Gero Rolfes? Wollten höhere Mächte dem TUS schlicht seine Platzeinweihung nicht verderben? Oder spielte etwa der Bösewicht Bowser mit seinen Muskeln, sorgte dafür, dass sein ewiger Konkurrent Super-Mario den Elfmeter zum möglichen 4:1 verschoss und legte dem SSV danach noch zwei Yoschi-Eier ins Nest?

Fragen, deren Antworten wohl unmöglich zu finden sind. Fakt ist und bleibt: Das Spiel endete 3:3 unentschieden und das Schnuppern an der Spitze fand hier den Anfang vom Ende. Was folgte, waren weitere Dämpfer und ungleiche Kämpfe mit den drei Großen…mehr dazu in Akt 2 des Saisonrückblicks 2008/2009.

Becks´ Blog:

Die Saison 2008/2009 der 1. Seniorenmannschaft des SSV in der Kreisliga B:

Ein Rückblick

…über das Vorspiel

Es ist schwierig, einer Vereinsabteilung, die einmal das Aushängeschild einer Stadt war, neues Leben einzuhauchen, nachdem sie sich selber in den Ruin getrieben hat. Es ist umso schwieriger genau das zu schaffen, wenn die „glorreichen Zeiten“ noch nicht allzu lange zurück liegen und sich jeder an große Siege zu Landesliga-Zeiten erinnern kann. Doch die Erinnerungen daran werden stets von den Gedanken an den beispiellosen Abstieg der Fußballabteilung des Vereins in die Bedeutungslosigkeit getrübt, der mit dem sportlichen Abstieg der 1. Seniorenmannschaft aus der Landesliga seinen Anfang nahm und weite Kreise zog. Dachte man, der Boden sei erreicht und ein weiterer Abfall sei kaum mehr möglich, wurde man schnell eines besseren belehrt. Neue Aufbauversuche scheiterten teilweise kläglich, der Verein trug große Imageschäden davon. Die Fußballabteilung wackelte wie ein schwer angeschlagener Boxer. Manche mögen sagen, der Boxer sei sogar zu Boden gegangen. Viele Overather Fußballanhänger wandten sich vom Verein ab, suchten ihr Glück zum großen Teil in Nachbarvereinen - und fanden es oft.

Somit gab es einige Menschen, die verpassten, dass der gefallene Boxer aufstand, bevor er ausgezählt wurde und, um die Boxmetapher bis auf den letzten Tropfen auszupressen, sie verpassten, dass er weiter kämpfte.

Seit einigen Jahren nun, unter der Führung von Mike Hausberg, begann sich der Fußball-SSV von seinen Blessuren zu erholen. Wichtige Posten wurden neu besetzt, der Vorstand rehabilitiert, neue Sponsoren an Land gezogen. Die Jugendarbeit blühte wieder auf (auch wenn sie nicht ganz so schwer vom „Untergang“ betroffen war) und vor allem im Seniorenbereich wurden neue Wege eingeschlagen und richtungsweisende Entscheidungen getroffen.

Jedes Jahr wagte man sich einen weiteren kleinen Schritt nach vorne. Und um den Blick nun auf die „neue“ 1. Seniorenmannschaft zu leiten: Man spielte wieder erfolgreich. In der zweitniedriegsten deutschen Spielklasse zwar, aber unter der sportlichen Leitung von Gero Rolfes und Ralf Tillenburg kratzte man zwei Jahre lang am Aufstieg in die Kreisliga B, scheiterte aber denkbar knapp. Rückblickend betrachtet lag aber vielleicht auch hier, wie so oft, in der Niederlage der größte Erfolg. Trotz des verpassten Aufstieges, und das gleich zweimal hintereinander, blieb die Mannschaft zusammen und schaffte in der Saison 07/08 endlich den Weg nach oben. Allen war klar, dass man gemeinsam den Klassenerhalt in der B-Klasse angehen wollte. Zu dem neuen Trainerteam Rabet/Kleemann gesellten sich zu Saisonbeginn punktuelle Verstärkungen (die sich sowohl fußballerisch als vor allem auch menschlich wirklich als solche herausstellen sollten) und mit Anfang der Vorbereitung war man allseits der Meinung: Die Truppe wird das Ding schon drehen.

Dass der erlösende Jubelschrei zum geschafften Verbleib in der Spielklasse erst am letzten Spieltag aus den Kehlen entlassen werden durfte, glaubte zu Anfang der Saison niemand. Genau dieses Szenario aber nahm während der Saison eine immer klarere Gestalt an, doch lehnte so gut wie jeder im Mannschaftsumfeld die Abstiegsvorstellungen strikt ab.

Genau hier muss meiner Meinung nach kritisch angesetzt werden. Jeder, Spieler sowie Trainer, Betreuer und einzelne Personen im Umfeld, muss sich fragen: Habe ich wirklich nur versucht, eine positive Denkweise an den Tag zu legen oder habe ich lange Zeit die Augen vor der Realität verschlossen? Wer ehrlich zu sich selber ist, wird schnell eine ernüchternde Antwort finden. Schönrederei dient einzig zur Gewissensberuhigung, bietet aber keinen Lösungsansatz zu offensichtlich vorliegenden Problemen. Mit dem Last-Minute Klassenerhalt konnte zum Glück ein erneuter Rückschlag verhindert werden. Denn klar ist: Die ersten Schritte zur vollständigen Genesung sind gemacht, aber man sollte sich immer wieder bewusst machen: Man steht noch immer auf wackeligen Beinen, längst sind nicht alle Blessuren verheilt. Dies sollte auch gerade in einer Stunde des Erfolges deutlich gemacht werden.

Ebenso wichtig zu betonen ist aber auch, dass die Mannschaft sich durch den Sieg im letzten Spiel gegen den SV Thier selbst die Chance gegeben hat, zur weiteren Kollektiv - Genesung beizutragen.

Wie es zu dieser Ausgangslage kam, soll in 8 Akten erzählt werden, deren Unterteilung sich auf die Geschehnisse im Spielbetrieb der abgelaufenen Saison bezieht. Einem ernsten und kritischen Vorspiel soll dann mit lachendem und weinendem Auge ein Rückblick auf die Spielzeit 2008/2009 folgen, auf Erfolge, Probleme, vertane Chancen und mit Sicherheit auf einige Kuriositäten…

Unser Dorf spielt Fußball

„Fußball ist ein Spiel, dass alle Völker, alle Rassen, alle Religionen, alle Altersklassen und alle Geschlechter zusammenbringt“, so Joseph Blatter, Präsident des Weltfußballverbands FIFA, jetzt werden wir am 27.06.09 unser Dorf zusammenbringen in einem Fußballturnier am Overather Fußballsportplatz. Zu unserem 90-Jährigen Jubiläum des SSV Overath, kämpfen 16 Mannschaften um den heißbegehrten Gustav Barth Cup, wo wir packende Duelle erleben werden, wenn unsere hochbegabten Fußballtalente den Zauberfußball in Overath präsentieren.

Das große Sportereignis in Overath, seien Sie auch dabei, wenn es heißt: “Unser Dorf spielt Fußball”.

Unser Dorf spielt Fußball