AKT 2
…über erste Durststrecken…
Untereschbach lange nicht verdaut und irgendwie leer. Natürlich, die Saison ist jung, 7 Punkte aus drei Spielen sind ein Riesen-Auftakt. Oder? Nach dem Spiel würde ich sagen höchstens noch ein Hagrid – Auftakt (für alle Harry Potter – Nichtskönner: Der Typ ist Halbriese)
Ohne Frage war das Spiel aber ein Highlight. Soviele Zuschauer gabs weder vorher noch nachher und bis zur einschließlich 89. Minute wurde ein richtig guter Ball gespielt. Da fällt das Weitermachen im grauen Ligaalltag schon schwer. Und grauer gings dann wirklich nicht – Immekeppel war am 4. Spieltag zu Gast. Immekeppel…das Cottbus des rheinisch - bergischen Kreises. Als Wallfahrts- und Kurort wirklich nur den größten Insidern bekannt, scheint sich aller Glanz des Ortes in den schmutzig-grünen Trikots des TUS wiederzuspiegeln. Nun gut, wollen wir nicht übertreiben. Es gibt mit Sicherheit viel viel abschreckendere Orte…muss es einfach…ich war halt noch in keinem.
Aber laut Statuten gibt’s für einen Sieg gegen Immekeppel genauso viele Punkte wie gegen jeden anderen Gegner. Aus unerfindlichen Gründen schien uns das aber nicht klar zu sein. Fußballerisch gegen einen durchaus ordentlich aufspielenden Gegner chancenlos, fehlte der absolute Siegeswille, der zuvor immer erkennbar gewesen war. Zurecht gewannen die Immekeppeler mit 2:0 und nahmen drei Punkte mit. Die Stimmung nach der ersten Niederlage, obwohl es gefühlt die zweite war, war auf einem ersten Tiefpunkt angelangt. Da half uns auch die Gewissheit nicht, dass wir zumindest bei den kommenden dreitausend „Unser Dorf soll schöner werden“ – Wettbewerben die Oberhand behalten werden.
Erkenntnis des Spiels: Wir steigen nicht ohne Saisonniederlage auf…Zweckoptimismus gehört halt auch zum Geschäft.
Nächster Gegner: Biesfeld. Vor der Saison hoch gehandelt und von vielen als Aufstiegskandidat Nr. 1 bezeichnet. Anfangs schien die Union das auch zu bestätigen, doch gegen uns trat anscheinend eine harmlose Truppe zum zweiten Heimspiel hintereinander auf den Platz. So muss es einfach gewesen sein, denn kein Spiel in dieser Saison ist mir weniger in Erinnerung als dieses. Torchancen dürften sie kaum gehabt haben, denn meine großen Hits vergesse ich nicht und ich entsinne mich keiner Flugeinlagen oder katzenartiger Sprünge durch den Sechzehner. Wahrscheinlich hat sich das Spiel zu 20% im Mittelfeld und zu 80% in der Luft abgespielt, denn auch wir haben keine Bude markiert und mit einem freundlichen 0:0 verabschiedeten wir uns von unseren Gästen und freuten uns alle auf ein harmonisches Wiedersehen in der Rückrunde…wie grausam.
…und das Messen mit den Großen…
Hätten wir zu diesem Zeitpunkt schon gewusst, dass unsere nächsten drei Gegner am Ende der Saison die ersten drei Tabellenplätze belegen würden – vielleicht wäre gegen Biesfeld mehr heraus gesprungen. Mehr wäre nämlich auch nötig gewesen, denn in den nächsten Wochen setzte es drei saftige Niederlagen. 1:5 hieß es am Ende in Wipperfeld, trotz 1:0 – Führung nach W E L T K L A S S E - Solo Pocke Stellmach (ich weiß es noch genau, vorher gab es nämlich zwei mal die Miezekatze von mir). Die zweite Halbzeit erinnerte dann allerdings stark an die ersten 45 Minuten zwischen Barca und Bayern im Champions League – Viertelfinale. Immerhin sah ich nach dem Spiel nicht so aus wie der Butt.
Danach gab es zu Hause eine 0:2 Niederlage gegen Bensberg – die wäre allerdings nicht unbedingt nötig gewesen, unser Auftreten hatte sich stark verbessert.
Gutes Auftreten und beherztes Kämpfen schienen die Woche darauf allerdings in sämtlichen Overather Boulevard – Blättern auf den in/out – Listen auf der „buh“ - Seite zu stehen. Wir gingen nämlich sang – und klanglos 1:3 unter. En vogue waren in Schiri-Kreisen an diesem Wochenende aber offensichtlich rote Karten. Eine gabs für unsern kleinen Mic, ohnehin schon mal völlig unberechtigt weil sie GEGEN uns war, eine für den gegnerischen Torwart. Ich habe ein Szenario im Kopf, bin mir aber nicht absolut sicher, wie genau sie zustanden kamen. Deswegen sei auf die Beschreibung der Tathergänge verzichtet. Sicher ist nur, dass unser armer, kleiner Mic eine viel längere Strafe absitzen musste als der Schlussmann von Jan Wellem. Hätteste besser ebenfalls nach dem Spiel Rotz und Wasser geheult, dann wärst du vielleicht auch nur mit einem Spiel davon gekommen. Aber naja, immerhin wieder was gelernt!
Erkenntnis: In Jan Wellem gibt’s ne Schauspielschule und mit dem Aufstieg wird’s schon mal eng.
Nun hatten wir also aus den letzten fünf Spielen nur einen Punkt entführen können und mussten jetzt wieder ordentlich strampeln, um das gesicherte Mittelfeld nicht aus den Augen zu verlieren. Glücklicherweise kam uns da unser nächster Gegner gerade recht.
Mehr dazu in Akt 3 des Saisonrückblicks 2008/2009.